Der jährliche Construction Certainty Index zeigt, wie Unternehmen mit „höherem Reifegrad" trotz Störungen ihre Widerstandsfähigkeit stärken
LONDON, 6. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Die Unsicherheit hat die Kosten der Projektpipeline im Bauwesen im vergangenen Jahr weltweit um durchschnittlich 12,4 % erhöht. Auf die prognostizierten weltweiten Bauausgaben übertragen entspricht dies für das Jahr 2026 fast 2 Billionen US-Dollar.
Die Ergebnisse stammen aus dem jährlichen Construction Certainty Index von Currie & Brown, der auf einer Umfrage unter mehr als 1.300 Entscheidungsträgern aus den Bereichen Bauwesen und Infrastruktur in Nord- und Südamerika, Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum basiert.
Die Zuversicht, alle Projektziele zu erreichen, hat nachgelassen. Weniger als die Hälfte der Unternehmen (46 %) ist derzeit zuversichtlich, dass sie die Fristen einhalten können. Nur 40 % sind zuversichtlich, das Budget einhalten zu können – das entspricht einem Rückgang um 12 bzw. 14 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Bei 70 % der Befragten hat die Inflation bei den Materialkosten erhebliche Auswirkungen auf die Projektabwicklung, gefolgt von Schwankungen bei den Energiepreisen (64 %) und Störungen in der Lieferkette (59 %). Unternehmen gehen davon aus, dass sich die meisten Risiken weiter verschärfen werden.
Die Folgen sind bereits sichtbar. Im Durchschnitt geben die Befragten an, dass sich im vergangenen Jahr 30 % der Projekte verzögert haben und bei 27 % der Projekte der Umfang reduziert wurde. Weitere 31 % der potenziellen Projekte wurden aufgrund von Unsicherheiten noch nicht in Angriff genommen oder sind nicht über die Planungsphase hinausgekommen.
Dr. Alan Manuel, Vorstandsvorsitzender der Currie & Brown-Gruppe, sagte: „Unternehmen können es sich nicht leisten, von einer Krise in die nächste zu taumeln oder einfach nur auf ruhigere Zeiten zu warten. Diejenigen, die gegenüber Unsicherheiten widerstandsfähig sind, weisen gemeinsame Merkmale auf. Sie investieren in Beschäftigte, Technologie sowie Daten, mit deren Hilfe sie früher und klarer erkennen können, wo sie Risiken ausgesetzt sind – sowie in das Urteilsvermögen und die Kompetenzen, die sie benötigen, um Maßnahmen zu ergreifen."
Die Studie identifiziert eine eigenständige Gruppe von Organisationen mit „höherem Reifegrad", die diesen Ansatz verfolgen. Sie machen 32 % der Befragten aus und investieren strategisch in KI, digitale Technologien, Datenanalyse, Nachhaltigkeit, Kompetenzen sowie Weiterbildung.
Diese Organisationen sind deutlich zuversichtlicher, ihre Ziele zu erreichen. Fast sechs von zehn dieser Unternehmen (58 %) sind zuversichtlich, dass sie die Projektfristen einhalten werden, verglichen mit 41 % der übrigen Befragten. Außerdem sind sie weniger stark von den negativen Auswirkungen der Unsicherheit betroffen.
Erfolgreiche Projektabwicklung trotz Störungen: Der „Currie & Brown Construction Certainty Index" befasst sich mit den Ursachen und Auswirkungen von Unsicherheit sowie damit, wie Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit stärken können.
Informationen zu Currie & Brown
Currie & Brown ist ein weltweit führendes Unternehmen für Projektmanagement, Kostenmanagement und Beratungsdienstleistungen. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, in jedem Sektor und in jeder Phase des Projektlebenszyklus zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.
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Die Innenministerkonferenz (IMK) der Länder hat ihr seit 1954 praktiziertes Einstimmigkeitsprinzip aufgegeben und setzt künftig auf Mehrheitsentscheidungen. Beschlüsse gelten nun als gemeinsame Linie der Länder, wenn mindestens 13 der 16 Innenministerinnen und Innenminister zustimmen. Die Neuregelung wurde nach Angaben eines Sprechers des Gremiums im schriftlichen Umlaufverfahren beschlossen und gilt ab sofort.
Auslöser für den Kurswechsel ist die Möglichkeit, dass in kommenden Landesregierungen die AfD das Innenressort übernehmen könnte. In Sachsen-Anhalt hatte ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zuletzt erklärt, er wolle sich im Dezember zum Ministerpräsidenten wählen lassen – ein Schritt, der eine Regierungsbildung mit AfD-Beteiligung als realistische Option erscheinen lässt. Nach der bisherigen Praxis hätte ein Land mit einem AfD-Innenminister im Zweifel IMK-Beschlüsse blockieren können.
Mit der Abkehr von der Einstimmigkeit wollen die übrigen Länder nach übereinstimmenden Angaben verhindern, dass ein einzelnes Ressort – unabhängig von der parteipolitischen Farbe – zentrale Positionierungen in Fragen der inneren Sicherheit ausbremst. Bislang sollte die Einstimmigkeit sicherstellen, dass kein Land bei sensiblen Themen überstimmt wird; ein Veto oder auch eine Enthaltung konnten Beschlüsse stoppen, abweichende Positionen wurden im Protokoll dokumentiert. Künftig soll bereits eine breite, aber nicht mehr vollständige Zustimmung als ausreichend gelten, um einen länderübergreifenden Standpunkt zu formulieren.
Formal bleibt die IMK ein informelles Gremium ohne gesetzliche Grundlage. Sie ist weder im Grundgesetz noch in Bundes- oder Landesgesetzen verankert und verfügt über keine geschriebene Geschäftsordnung. Gleichwohl entfalten ihre Beschlüsse beträchtliche Wirkung, weil sie in den Ländern politisch aufgegriffen und umgesetzt werden. Mit der nun eingeführten Mehrheitsregel verschiebt sich das Machtgefüge innerhalb dieser Runde: Konsens bleibt möglich, ist aber nicht mehr Voraussetzung dafür, dass die Innenminister gemeinsam handeln.