93 % der Hersteller verfügen über ein MES, aber nur bei 23 % ist es vollständig integriert, so ein neuer Bericht von Rockwell Automation

14.07.2026

Hersteller gehen von der MES-Implementierung zur unternehmensweiten Nutzung über, die meisten haben jedoch Schwierigkeiten mit der Skalierung

MILWAUKEE, 14. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Rockwell Automation, Inc. (NYSE: ROK), das weltweit größte Unternehmen für industrielle Automatisierung und digitale Transformation, hat heute den Branchenbericht „Scaling MES Across the Enterprise" veröffentlicht. Dieser basiert auf den Beiträgen von 1.560 Entscheidungsträgern aus Fertigungs- und Industriebetrieben in 17 Ländern. Die Studie ergab, dass trotz der weit verbreiteten Einführung von Manufacturing Execution Systems (MES) die unternehmensweite Skalierung zur entscheidenden Herausforderung für Hersteller geworden ist, die Leistung, Integration und den langfristigen Mehrwert steigern wollen.

Rockwell Automation's "Scaling MES Across the Enterprise" report offers insights on the MES maturity gap

Die meisten Hersteller haben MES in mindestens einem Werk im Einsatz. Weitaus weniger haben es jedoch geschafft, diese Technologie standortübergreifend konsistent zu nutzen. Zurückzuführen ist dies auf Faktoren wie isolierte Systeme, unzureichend genutzte Daten und steigende Betriebsrisiken, die allesamt den Wert begrenzen, den Hersteller aus ihren bereits getätigten Investitionen ziehen können.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts:

  • Die Einführung von MES ist weit verbreitet, die Skalierung hinkt jedoch hinterher: 93 % der Hersteller verfügen über MES, doch nur 28 % haben es unternehmensweit eingeführt und gerade einmal 23 % vermelden eine vollständige Integration in ERP (Enterprise Resource Planning), PLM (Product Lifecycle Management), Qualitätssicherung und Betriebstechnologie (OT).
  • Integration ist die oberste Priorität – und das größte Hindernis: für 44 % der Hersteller ist Integration die wichtigste Anforderung beim Kauf eines MES. Zugleich gilt sie als die größte Herausforderung bei der Modernisierung, wobei 33 % der Befragten MES als ihr größtes Problem bei der Datenintegration nennen.
  • KI-Ambitionen sind höher als die Betriebsbereitschaft: Hersteller erwarten, dass 42 % der Prozesse im nächsten Jahr KI-gestützt sein werden und 54 % bis 2030. Dennoch räumen 43 % ein, dass sie ihre gesammelten Daten – die Grundlage, die KI für ihre Leistung benötigt – nicht effektiv nutzen.
  • Resilienz ist jetzt ein Kaufkriterium: 46 % der Hersteller waren im vergangenen Jahr von einem Cybersicherheitsvorfall betroffen. Sicherheit und Compliance rangieren nun an zweiter Stelle der MES-Kaufkriterien und werden von 43 % der Befragten genannt.

In der Praxis skalieren Hersteller mit der MES-Technologie von Rockwell. Dazu zählt beispielsweise Kumi North America, ein Tier-1-Automobilzulieferer, der auf Spritzguss-Innenraumkunststoffe und –Baugruppen spezialisiert ist. Als langjähriger Kunde hat das Unternehmen Plex ursprünglich im Jahr 2008 implementiert und die intelligente Fertigungssoftware seitdem in seinen Werken in den Vereinigten Staaten und Kanada eingeführt. Zuletzt wurde die Nutzung um Plex MES Automation & Orchestration (MES A&O) erweitert.

„Vor Plex gab es Schwierigkeiten bei der Synchronisierung unserer Betriebsabläufe und einige Standorte hatten gar keine entsprechende Software", erinnert sich Paul Andrews, Assistant Vice President of Systems bei Kumi North America. „Unsere Plex-Infrastruktur ist mit dem expandierenden Geschäft von Kumi mitgewachsen, wobei wir die Plex-Technologie immer wieder auf neue Weise eingesetzt haben."

„Die MES-Einführung selbst ist nicht mehr die eigentliche Hürde, sondern die Skalierung auf Unternehmensebene", erklärt Anthony Murphy, Vice President of Product Management bei Rockwell Automation. „Hersteller haben möglicherweise mit ersten Investitionen in die MES-Technologie schon Einiges erreicht. Für viele bleibt es jedoch eine große Herausforderung, eine vollständige Wertschöpfung im gesamten Unternehmen zu realisieren. Auch die Bedeutung eines MES hat sich gewandelt – von der reinen Produktionsverfolgung hin zur Bereitstellung von Einblicken in die gesamten Betriebsabläufe eines Unternehmens wie Qualitätsmanagement, Mitarbeiterproduktivität und Lieferkettenprognosen. Ist die Konnektivität erst einmal hergestellt ist, entstehen außerdem weitere Möglichkeiten, KI-Technologie gewinnbringend zu nutzen. Hersteller, die am Ende gewinnen, tun im Prinzip nicht mehr als andere – ihre Maßnahmen sind nur deutlich besser koordiniert. Mit einem flexibel erweiterbaren Edge-to-Cloud-MES wie Plex können Hersteller auf Anhieb alle Aspekte der Produktion miteinander verknüpfen und dann im Laufe der Zeit beliebig skalieren."

„Hersteller haben die Frage, ob sie ein MES einführen sollen, längst hinter sich gelassen und stehen nun vor der schwierigeren Herausforderung der Skalierung", konstatiert Lorenzo Veronesi, Associate Research Director bei IDC. Da die Integration sowohl das wichtigste Kaufkriterium als auch die größte Herausforderung bei der Modernisierung darstellt, riskieren Unternehmen, erheblichen Mehrwert zu verschenken, wenn das Problem nicht-verknüpfter Systeme und nur teilweise ausgeschöpfter Daten ungelöst bleibt."

Die empfohlenen Schritte, um die bestehende Lücke zwischen der Implementierung und der Skalierung von MES zu schließen, werden im vollständigen Bericht erläutert, der hier abrufbar ist.

Methodik

Diese Umfrage spiegelt die Beiträge von 1.560 Entscheidungsträgern aus den Bereichen Hardware, Software und Dienstleistungen in Fertigungs- und Industriebetrieben weltweit wider. Die Befragten kommen aus 17 führenden Industrieländern und den Bereichen diskrete Fertigung, Prozessindustrie und Hybridfertigung. Mehr als die Hälfte (58 %) arbeitet in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd. US-Dollar, und 54 % sind primäre Entscheidungsträger.

Über Rockwell Automation

Rockwell Automation, Inc. (NYSE: ROK) ist ein weltweit führender Anbieter für industrielle Automation und digitale Transformation. Das Unternehmen verbindet die Kreativität von Menschen mit der Leistungsfähigkeit von Technologie, um die Grenzen des menschlich Möglichen zu verschieben und die Welt produktiver und nachhaltiger zu gestalten. Der Firmensitz von Rockwell Automation befindet sich in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. Rockwell Automation beschäftigt etwa 26.000 Mitarbeiter, die Kunden in mehr als 100 Ländern zur Seite stehen (Stand: Ende Fiskaljahr 2025). Weitere Informationen zur Umsetzung des Connected Enterprise® in Industrieunternehmen finden Sie unter www.rockwellautomation.com

Rockwell Automation logo

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Streit um unbegrenzte Datentarife: Oberverwaltungsgericht kassiert Kölner Urteil

15.06.2026

Im Streit um die Behandlung sogenannter Heavy User im Mobilfunk hat das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) die Bundesnetzagentur vorläufig in die Schranken gewiesen. Die Bonner Aufsichtsbehörde hatte einem bundesweit tätigen Mobilfunkanbieter untersagt, Kunden mit unbegrenztem oder sehr großem Datenvolumen bei überlasteten Funkzellen mit geringerer Priorität zu bedienen. Diese Form der sogenannten Depriorisierung darf nach der einstweiligen OVG-Entscheidung vorerst weiter angewendet werden. Der Beschluss im Eilverfahren ist nicht anfechtbar.

Nach Auffassung des 13. Senats ist derzeit offen, ob die entsprechende Vertragsklausel des Anbieters mit europäischem Recht vereinbar ist. Im Kern geht es um die Frage, ob eine nachrangige Behandlung von Vielnutzern eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung von Kunden darstellt. Bevor in der Hauptsache entschieden wird, will das OVG Münster den Europäischen Gerichtshof (EuGH) um eine Vorabentscheidung bitten. Damit wird der Konflikt um Datenpriorisierung und Netzmanagement auf die europäische Ebene verlagert.

Gegenstand des Verfahrens ist insbesondere, ob der Datentransport datenintensiver Anwendungen wie hochauflösendem Videostreaming während einer Netzüberlastung eingeschränkt oder verlangsamt werden darf. Der betroffene Mobilfunkanbieter sieht dies in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, um Kapazitäten in ausgelasteten Funkzellen zu steuern. Die Bundesnetzagentur hatte angeordnet, dass diese Klausel nicht umgesetzt werden darf und damit faktisch einen Riegel vor entsprechende Maßnahmen gegen Heavy User geschoben.

In der Vorinstanz hatte sich die Bundesnetzagentur noch durchgesetzt: Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Position der Behörde bestätigt. Das OVG änderte diese Entscheidung nun (Az. 13 B 1232/25) und gab dem Anbieter im Eilverfahren Recht. Mit der geplanten Vorlage an den EuGH dürfte der Fall Signalwirkung für die Auslegung europäischer Vorgaben zur Gleichbehandlung von Internetverkehr und zu den Spielräumen der Netzbetreiber beim Umgang mit stark belasteten Mobilfunkzellen entfalten.