Am Devisenmarkt haben sich Euro und US-Dollar am Dienstag weitgehend richtungslos gezeigt. Im New Yorker Handel notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt bei rund 1,1587 Dollar, nachdem sie am Nachmittag in Europa bei etwa 1,1585 Dollar gehandelt worden war. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,1572 Dollar fest. Gegenüber dem Schweizer Franken bewegte sich der Dollar kaum und lag am Abend bei 0,7902, während das Währungspaar Euro/Franken mit Kursen um 0,9155 ebenfalls mehr oder weniger auf der Stelle trat.
Die politische Großwetterlage bleibt dagegen angespannt. Zu Wochenbeginn hatte US-Präsident Donald Trump ein Ultimatum an den Iran verlängert und damit zunächst Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg geweckt. Der Iran wies allerdings umgehend Berichte über Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts zurück. Inzwischen dauern die Kämpfe an, und die Unsicherheit an den Finanzmärkten bleibt hoch. Das zeigt sich auch an den wieder steigenden Ölpreisen nach einem deutlichen Rückgang zu Wochenbeginn. Zusätzlich entsandte Trump weitere Truppen in die Region.
Marktbeobachter rechnen damit, dass sich die Risikoprämie am Ölmarkt im Verlauf der Woche weiter aufbauen könnte. Entscheidend seien dabei Signale zu möglichen Gesprächen zwischen den Konfliktparteien und die Lage in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. "Die Risikoprämie am Ölmarkt, die gestern ausgepreist wurde, dürfte sich somit im Verlauf der Woche wieder langsam aufbauen, solange es nicht positive Nachrichten zu tatsächlichen Gesprächen gibt oder klar wird, dass diese Woche mehr Schiffe die Straße von Hormus passieren können", sagte Volkmar Baur, Devisenexperte bei der Commerzbank.
Für den Euro könnte das Umfeld nach Einschätzung von Analysten kurzfristig belastend bleiben. Der Dollar profitiert in geopolitisch angespannten Phasen häufig von seiner Rolle als Weltreservewährung und vom Umstand, dass die USA über große Erdölvorkommen verfügen. "Da die Korrelation zwischen dem Ölpreis und dem Wechselkurs momentan recht hoch ist, spricht dies dafür, dass der Euro im Wochenverlauf eher unter Druck bleiben dürfte", so Baur. Bislang halten sich die Ausschläge jedoch in engen Grenzen, Händler sprechen von einem nervösen, aber insgesamt ruhigen Handel ohne klare Richtung.

Mehrere Ministerpräsidenten haben sich klar gegen Überlegungen zu einer Erhöhung der Mehrwertsteuer gestellt und stattdessen rasches, gemeinsames Handeln von Politik, Wirtschaft und Sozialpartnern gefordert. Der Thüringer Regierungschef Mario Voigt (CDU) sagte dem Magazin „stern“, eine höhere Mehrwertsteuer sei „der falsche Kurs“, weil sie vor allem „die ganz normalen Menschen im Alltag zusätzlich belastet“. Steigende Kosten beim Tanken sowie höhere Strom- und Heizrechnungen ließen vielen Haushalten bereits heute weniger Geld im Portemonnaie, Entlastungen an anderer Stelle griffen da kaum.
Ähnlich äußerten sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), bei einer Veranstaltung der Madsack-Mediengruppe in Berlin. Eine höhere Mehrwertsteuer dürfe „auf keinen Fall“ kommen, betonte Schwesig. Kretschmer erklärte, der Vorstoß sei „das Gegenteil von dem, was wir gerade brauchen“ und passe „nicht in die Zeit“. Beide verknüpften ihre Kritik mit der Forderung nach klaren, schnell wirksamen Entscheidungen der Bundesregierung vor der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
In dem Live-Talk „Ostdeutschland zum Mitreden“, organisiert von mehreren ostdeutschen Regionalzeitungen im RedaktionsNetzwerk Deutschland, legten Kretschmer und Schwesig ihre Vorstellungen für einen breiten Krisenmodus der Republik dar. Kretschmer warb für einen „Pakt für Deutschland“, in dem Politik, Unternehmen und Gewerkschaften an einem Strang ziehen sollen. Es brauche ein parteiübergreifendes Bündnis mit dem Motto: „Wir machen das jetzt hier gemeinsam.“ Nur so lasse sich die aktuelle Wirtschaftskrise bewältigen, sagte er. In „ein paar Jahren“ könne Deutschland dann wieder „sehr stark da stehen“.
Schwesig schloss sich dem Grundgedanken an und sprach sich für einen „Deutschlandplan oder Deutschlandpakt“ aus. In Krisenzeiten müsse man zusammenstehen und dürfe „keine Zeit verlieren“. Sie und Kretschmer drängen auf schnelle Maßnahmen gegen steigende Energiekosten und fordern, dass die Bundesregierung nicht bei Überlegungen stehenbleibt, sondern „mit Handeln überzeugt“. Zugleich pochen beide darauf, ostdeutsche Erfahrungen stärker in die gesamtdeutsche Debatte einzubeziehen. Themen und Probleme zeigten sich im Osten oft früher als im Westen, argumentierte Schwesig – wer diese Signale ernst nehme, könne nach ihrer Darstellung Zeit gewinnen, um auf Krisen zu reagieren.