Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat Brasilien offenbar verlassen und ist in die USA geflüchtet. Berichten zufolge erfolgte die Abreise am Dienstag, nachdem Bolsonaro eine vom Obersten Gerichtshof gesetzte Frist zur Abgabe seiner Reisepässe verstreichen ließ. Ziel der Flucht soll Florida sein, wobei in einigen Berichten explizit ein Weg zu Donald Trump erwähnt wird.
Die brasilianischen Behörden haben auf das Versäumnis reagiert und die entsprechenden Reisepässe annulliert. Die Bundespolizei war in den Prozess involviert, da Bolsonaro die vorgegebene Frist zur Herausgabe der Dokumente nicht eingehalten hatte. Dieser Schritt markiert eine Eskalation im rechtlichen Auseinandersetzungsprozess nach der Wahl am Sonntag.
Hintergrund der rechtlichen Maßnahmen sind Ermittlungen der Polizei wegen mutmaßlicher Finanzdelikte. Insbesondere steht der Vorwurf der Geldwäsche im Zentrum der Untersuchungen gegen den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten. Die Behörden prüfen nun die finanziellen Aktivitäten von Bolsonaro im Rahmen dieser strafrechtlichen Ermittlungen.
Die Ereignisse folgen unmittelbar auf die politische Niederlage von Bolsonaro bei der letzten Präsidentschaftswahl. Die Kombination aus einer verlorenen Wahl und den laufenden Ermittlungen zur Geldwäsche führte zu der Situation, in der der Kandidat das Land verließ. Es bleibt abzuwarten, wie die brasilianischen Justizbehörden auf den Aufenthalt in den USA reagieren werden.


