
Der Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, Bernd Beetz, hat die Geschäftsführung um Tilo Hellenbock für den jüngsten Insolvenzantrag scharf kritisiert und einen schnellen Umbau des Unternehmens gefordert. Die Insolvenz sei seiner Ansicht nach grundsätzlich vermeidbar gewesen, sagte Beetz der „Bild“-Zeitung. Die Gesellschafter hätten Galeria „in einer schwierigen Lage“ übernommen und viel Zeit, Energie sowie eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu sichern.
Nach Einschätzung von Beetz ist der entscheidende Fehler darin zu sehen, dass die notwendige Transformation nicht entschlossen genug vorangetrieben worden sei. Es hätte einer deutlich schnelleren und konsequenteren Neuausrichtung bedurft. Zentral seien dabei „insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung“, betonte der Miteigentümer. Nur so könne ein Warenhaus in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld bestehen.
Trotz der angespannten Lage äußerte sich Beetz grundsätzlich zuversichtlich über die Zukunft des Warenhausmodells. „Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein – aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird“, sagte er. Vor diesem Hintergrund sieht er nun vor allem die Führungsebene gefordert. Personelle Entscheidungen müssten aus seiner Sicht danach getroffen werden, wer das größte Vertrauen bei Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genieße. „Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen“, so Beetz.
Galeria hatte jüngst beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für den Warenhauskonzern ist es nach 2020, 2022 und 2024 bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den verbliebenen 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Infolge der früheren Insolvenzverfahren waren bereits zahlreiche Häuser geschlossen worden; die Gläubiger verzichteten dabei auf Forderungen in Milliardenhöhe. Vor diesem Hintergrund erhöhen die jüngsten Forderungen von Beetz nach einer klaren Strategie und einer straffer geführten operativen Umsetzung den Druck auf das Management, nun zügig belastbare Weichen für die Zukunft des Traditionsunternehmens zu stellen.

Ein nächtlicher Brand unter einer Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Marzahn hat zentrale Leitungen des städtischen Stromnetzes beschädigt und Ermittlungen wegen Brandstiftung ausgelöst. Nach Angaben der Polizei brannten in den frühen Morgenstunden unter einer Brücke an der Boxberger Straße Altreifen und Gerümpel. Ob das Feuer gezielt gelegt wurde, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Brandort Spuren, um Hinweise auf die Ursache und mögliche Täter zu gewinnen.
Die Feuerwehr war gegen 4.00 Uhr alarmiert worden und ging zunächst von einem kleineren Einsatz aus. Erst vor Ort zeigte sich, dass die Flammen auf unter der Brücke verlegte Stromleitungen übergegriffen hatten. Ein großflächiger Stromausfall blieb nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zwar aus, die Leitungen wurden jedoch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Teile der lokalen Versorgung umgestellt werden mussten.
Nach Angaben von Henrik Beuster, Sprecher von Stromnetz Berlin, mussten 19 gewerbliche Kunden vorübergehend vom regulären Netz getrennt werden. Seit etwa 9.00 Uhr würden sie über ein Notstromaggregat versorgt, sagte Beuster. Betroffen seien zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt. Reparaturarbeiten an den beschädigten Trassen seien im Gange, konkrete Angaben zur Dauer der Instandsetzung lagen zunächst nicht vor.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält einen bloßen Zufall für unwahrscheinlich und spricht von einem möglichen gezielten Angriff auf die Infrastruktur. Die Ermittlungen zur schweren Brandstiftung liefen zwar ergebnisoffen in alle Richtungen, betonte die GdP zugleich. In der Vergangenheit war es in Berlin wiederholt zu Angriffen auf Stromtrassen gekommen, die teils umfangreiche Stromausfälle nach sich zogen und nach damaligen Erkenntnissen linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet wurden. Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob und wie der jüngste Brand in Marzahn in ein solches Muster einzuordnen ist.