Mit der offiziellen Eröffnung des Fraunhofer-Zentrums für Energiespeicher und Systeme ZESS in Braunschweig schärft die Fraunhofer-Gesellschaft ihr Profil als Schnittstelle zwischen Spitzenforschung und Industrie. Der Neubau, in den Bund und Land Niedersachsen zusammen rund 49,85 Millionen Euro investiert haben, bietet auf etwa 3300 Quadratmetern – darunter rund 1750 Quadratmeter Laborfläche und ein 450 Quadratmeter großer Trockenraum – eine Infrastruktur für die Entwicklung von Festkörperbatterien der nächsten Generation und innovativen Wasserstofftechnologien. In Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hob Fraunhofer-Vorstand Constantin Häfner die zentrale Rolle leistungsfähiger Batterie- und Wasserstofftechnologien für Energie-, Mobilitätswende und Wettbewerbsfähigkeit hervor.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ordnete das Zentrum als strategische Investition in die Innovationsfähigkeit Deutschlands ein. Im Fokus steht die Verbindung von Spitzenforschung mit industrieller Umsetzung, um Wertschöpfung und technologische Souveränität in Deutschland und Europa zu stärken. Das ZESS ist darauf ausgelegt, Erfindungen in marktfähige Anwendungen zu überführen und damit den Transfer in energieintensive Branchen, Mobilität und Infrastruktur zu beschleunigen. Die Ausrichtung auf Festkörperbatterien und Wasserstofftechnologien adressiert zugleich den steigenden Bedarf an sicheren, effizienten Energiespeichern und alternativen Energieträgern.
Parallel dazu arbeitet das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD an KI-basierten Werkzeugen für Stadt-, Regional- und Landesplanung. Vor dem Hintergrund von Wohnraumbedarf, begrenzten Flächen und dem Ziel, zusätzliche Flächenversiegelung zu begrenzen, entwickelt das Institut skalierbare Lösungen, die Baulücken, Nachverdichtungsflächen und weitere Potenziale automatisiert identifizieren. Künstliche Intelligenz analysiert Luft- oder Orthophotos, die Ergebnisse werden mit amtlichen Geodaten verknüpft und GIS-basiert aufbereitet. Laut Dr. Eva Klien, Bereichsleitung Infrastruktur und Public Services, können Kommunen damit vorhandene Geodatenbestände systematisch auswerten und Wohnraumpotenziale im Bestand sichtbar machen.
Auch in der Photoniksparte setzt Fraunhofer auf enge Partnerschaften und internationale Vernetzung. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin vertieft seine strategische Zusammenarbeit mit Oki Electric Industry Co., Ltd. (OKI) im Bereich fortschrittlicher Photonik-Technologien. Im Zentrum des jüngsten Austauschs mit der OKI-Spitze standen bisherige Forschungsergebnisse und Perspektiven weiterer Entwicklungen. Ein konkretes Resultat der deutsch-japanischen Kooperation ist ein funktionsfähiges Laser-Doppler-Vibrometermodul, das die Siliziumphotonik von OKI mit den hybriden Integrations- und Packaging-Technologien des HHI verbindet. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus Japan stärkt das Institut damit den bilateralen Austausch und schafft Ansatzpunkte für künftige optische Anwendungen.

Mit einem Gottesdienst und einer Abschlusspressekonferenz endet an diesem Donnerstag in Fulda die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Unter der Leitung ihres neuen Vorsitzenden, des Münsteraner Bischofs Heiner Wilmer, haben die katholischen Bischöfe seit Montag eine Vielzahl gesellschafts- und kirchenpolitischer Themen beraten. Auf der Agenda standen Fragen der demokratischen Kultur in Deutschland, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, ethische Konfliktfelder wie Leihmutterschaft sowie der Umgang mit neuer Technologie wie Künstlicher Intelligenz. Hinzu kamen innerkirchliche Schwerpunkte wie die Entwicklung der Erwachsenentaufen, die Mitwirkung von Laien und der Einsatz in sozialen Medien.
Deutlich positionierten sich die Bischöfe zum politischen Klima im Land. Wilmer warnte mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt vor einem „Paradigmenwechsel“. Die Partei stelle die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens infrage und wolle „ein anderes Deutschland“, sagte der Vorsitzende zum Abschluss der Beratungen. Besonders kritisch sehen die Bischöfe, dass einige Positionen der AfD aus ihrer Sicht mit dem christlichen Glauben und dem zugrunde liegenden Gottes- und Menschenbild nicht vereinbar seien.
Der DBK-Vorsitzende stellte sich demonstrativ hinter den Magdeburger Bischof Gerhard Feige und das Bistum Magdeburg, vor allem mit Blick auf Spekulationen über mögliche Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, ob etwa der Einzug der Kirchensteuer zur Disposition stehen könnte. Die Kirche müsse „mit allem rechnen“ und stelle sich so auf, „dass wenn große Erschütterungen kommen sollten, wir gewappnet sind“, betonte Wilmer. Es dürfe nicht sein, dass ein Bistum durch politische Weichenstellungen im Nachteil sei.
Die Bischöfe sehen sich zugleich mit einem Stimmungsumschwung in Teilen ihrer eigenen Basis konfrontiert. Nach Aussage Wilm ers ist es „erschreckend“, wenn rund 30 Prozent der Katholikinnen und Katholiken in Ostdeutschland die AfD wählen, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Als Antwort auf wachsenden Antisemitismus und gesellschaftliche Polarisierung verweist die Bischofskonferenz auf die jüdisch-christliche Tradition, auf Menschenwürde und Solidarität. Auftrag der Kirche sei es, mit den Menschen zu reden, ihnen zuzuhören und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Neben der politischen Lage blieb die Kirche bei der Vollversammlung auch mit eigenen Reform- und Krisenthemen befasst. Die Bischöfe berieten über weitere Schritte bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und diskutierten, wie Laien stärker an Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Zudem rückten neue Handlungsfelder in den Blick: Die wachsende Bedeutung von Social Media und der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Pastoral und Verwaltung werfen für die Kirche Fragen nach Verantwortung, Transparenz und ethischen Leitplanken auf. Die Beschlüsse und Leitlinien der Konferenz sollen in den kommenden Monaten in den Diözesen konkretisiert werden.