AfD-Fraktion in Baden-Württemberg: Aufstieg zur Opposition mit Anlaufproblemen

02.04.2026


Nach ihrem deutlichen Zugewinn bei der Landtagswahl steht die AfD im Südwesten vor einem tiefgreifenden Umbau ihrer Strukturen. Die Fraktion in Stuttgart hat sich von 17 auf 35 Sitze verdoppelt und wird im neuen Landtag die größte Oppositionsfraktion stellen. Co-Parteichef Emil Sänze sprach in Stuttgart von einem organisatorischen Kraftakt, weil rund 20 neue Abgeordnete auf ihre Arbeit im Parlament vorbereitet werden müssen.

In mehreren Treffen sollen die Neulinge mit Abläufen und Regeln des Landtagsbetriebs vertraut gemacht werden. Nach Angaben von Sänze geht es dabei sowohl um Verwaltungsfragen als auch um die programmatische Ausrichtung für die kommende Legislaturperiode. Die Führung der Landespartei will gleichzeitig eine klarere Linie etablieren und die Arbeit der Mandatsträger stärker koordinieren.

Ein zentrales Ziel ist eine engere Vernetzung über alle politischen Ebenen hinweg. Abgeordnete aus Baden-Württemberg, die im EU-Parlament, im Bundestag oder im Landtag vertreten sind, sollen nach dem Willen der Landespartei künftig geschlossener auftreten. Landeschef Markus Frohnmaier verweist darauf, dass die AfD in dieser Größenordnung im Südwesten bislang nicht präsent war – und dass Strukturen und Kommunikation deshalb neu justiert werden müssen.

Gleichzeitig versucht die Partei, interne Konflikte hinter sich zu lassen. Frohnmaier betont zwar, personelle Entscheidungen müsse die Fraktion selbst treffen, machte aber öffentlich deutlich, dass er Martin Rothweiler aus Villingen-Schwenningen als neuen Fraktionsvorsitzenden favorisiert. Der bisherige Fraktionschef Anton Baron hatte sich zuvor wenig begeistert zu diesem Vorschlag geäußert. Spätestens bis Ende April soll sich die deutlich vergrößerte Fraktion konstituieren und damit die formale Grundlage für ihre Rolle als stärkste Kraft der Opposition im baden-württembergischen Landtag legen.

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Deutsche Weinernte fällt deutlich unter Durchschnitt der Vorjahre

02.04.2026


Die deutsche Weinproduktion ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2017 gefallen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts erzeugten die heimischen Weinbaubetriebe rund 7,55 Millionen Hektoliter Wein und Most. Das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im längerfristigen Vergleich fällt das Minus deutlicher aus: Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 lag die Erntemenge um 10 Prozent niedriger.

Als Hauptgrund nennen Statistiker und Branche die Witterung. Vor allem kräftige Niederschläge im September kurz vor Beginn der Lese setzten den Reben zu. In den größten deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz führte der Regen zu einer stärkeren Fäulnisanfälligkeit der Trauben und in der Folge zu einer verkürzten Lese. Trotzdem kamen aus diesen beiden Regionen noch immer 48,1 Prozent der gesamten deutschen Wein- und Mostproduktion. Im Rheingau lag die geerntete Traubenmenge deutlich unter Vorjahr, dort wurden 10,2 Prozent weniger Trauben gelesen und verarbeitet.

Die gesamte Ertragsfläche im Bundesgebiet hat sich laut Statistik nur leicht verändert. Sie schrumpfte um 1,1 Prozent beziehungsweise 1.100 Hektar. Strukturelle Rückgänge im Anbau spielen damit für die geringere Gesamtmenge eine deutlich geringere Rolle als die extremen Witterungsbedingungen. Branchenvertreter verweisen darauf, dass zunehmende Wetterkapriolen die Betriebe Jahr für Jahr vor große Herausforderungen stellen und das Ertragsrisiko erhöhen.

In der Flasche spiegelt sich der Ernteverlauf in einer Verschiebung hin zu höherwertigen Qualitäten wider. Mehr als zwei Drittel der 2025 erzeugten Weine waren Weißweine; ihr Anteil lag bei 69,6 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Prädikatsweine an der gesamten Produktion innerhalb eines Jahres deutlich von 16,1 Prozent auf 29,3 Prozent. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts ist dies auch eine Folge der kleineren Trauben: Sie reduzierten zwar die Menge, brachten aber nach Einschätzung der Branche sehr gute Qualitäten hervor.