Ölpreisschock trifft Börsen: EuroStoxx 50 fällt unter 90-Tage-Linie

10.03.2026


Die wichtigsten Börsen Europas haben am Donnerstag ihren Erholungsversuch abgebrochen. Sorgen bereitet der Ölpreis, der infolge des Iran-Kriegs nach der jüngsten Pause wieder nach oben geschnellt ist. Darauf reagierte am Nachmittag die New Yorker Wall Street mit kräftigen Verlusten, was die Unsicherheit und Sorgen der Anleger verstärkte.

Der EuroStoxx 50 büßte nach einer Stabilisierung letztlich 1,50 Prozent auf 5.782,89 Punkte ein. Damit ist der Leitindex der Eurozone, nachdem er am Montag als Reaktion auf den Iran-Krieg unter die 21-Tage-Durchschnittslinie für den kurzfristigen Trend gefallen war, auch unter die 90-Tage-Linie gesackt. Diese gleitende Durchschnittslinie ist ein wichtiger charttechnischer Indikator für den mittelfristigen Trend. Positiv bleibt unterdessen, dass der EuroStoxx nicht unter die Tiefstände der vergangenen zwei Tage sackte.

Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 1,45 Prozent auf 10.413,94 Punkte nach. Der Schweizer SMI sank um 1,57 Prozent auf 13.298,30 Zähler. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, die eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Handel mit Öl und Gas ist, ist inzwischen fast zum Erliegen gekommen. Öllieferungen der Produzenten am Persischen Golf sind unterbrochen und somit die Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Die Vorsicht spiegelte sich erneut deutlich in den Verlusten des Reise- und Freizeitsektors wider. Die leichte Vortageserholung nahmen Anleger zum Anlass, zu verkaufen. Air France-KLM etwa verloren 2,4 Prozent und in London büßten IAG 3,6 Prozent ein. Ölwerte dagegen blieben überwiegend gefragt. Eni stiegen um 1,3 Prozent und in London gewannen BP 2,2 Prozent und Shell 1,5 Prozent.

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Beben bei Thüringer BSW: Augsten räumt Fraktionsvorsitz

14.03.2026


In der Thüringer Landtagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht ein Führungswechsel an. Fraktionschef Frank Augsten hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 67-Jährige, der den Vorsitz erst seit Dezember 2024 innehatte, will das Amt in den kommenden Wochen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben und die laufenden Geschäfte bis dahin noch weiterführen. Wer die Fraktionsspitze künftig übernimmt, ist nach Angaben aus Fraktionskreisen bislang offen.

Augsten begründete seinen Schritt nach übereinstimmenden Berichten aus Partei- und Fraktionskreisen mit persönlichen Gründen und dem Wunsch, sich wieder stärker seiner fachlichen Arbeit in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik zu widmen. "Im Landwirtschaftsbereich brennt gerade die Luft", sagte der Agrarwissenschaftler mit Blick auf Betriebe, die wegen eines Streits mit der EU mit hohen Rückforderungen konfrontiert sein sollen. Für das BSW sitzt er im Landwirtschafts- und im Umweltausschuss und fungiert als agrarpolitischer Sprecher der Fraktion.

Der frühere Grünen-Politiker hatte bereits eine längere politische Laufbahn hinter sich, bevor er 2024 zum BSW wechselte. Zwischen 2009 und 2014 saß Augsten für Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag und war zeitweise Co-Vorsitzender der Landespartei. Zwischen seinen Mandatszeiten arbeitete der studierte Agraringenieur unter anderem als Referatsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium und später als kommissarischer Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Im BSW übernahm er den Fraktionsvorsitz, nachdem Katja Wolf im Zuge der Regierungsbildung Ministerin geworden war.

Die Personalie trifft eine Fraktion, die nach der Landtagswahl 2024 mit 15,8 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur drittstärksten Kraft im Erfurter Parlament aufgestiegen war und bislang als vergleichsweise geschlossen galt. Das BSW ist Teil der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD. Das Bündnis unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verfügt mit 44 der 88 Sitze über keine eigene Mehrheit und ist deshalb immer wieder auf Unterstützung aus der Opposition von Linken und AfD angewiesen. Innerhalb der Koalition hatten zuletzt vor allem der Umgang mit AfD-Anträgen und die Frage, ob „inhaltlich gute Anträge“ der AfD in Fachausschüsse überwiesen werden sollen, für Spannungen gesorgt. Augsten hatte sich öffentlich für eine inhaltliche Prüfung solcher Vorlagen ausgesprochen, während insbesondere die SPD-Fraktion eine solche Linie ablehnt.